Weingut Milch - Chardonnay Blauarsch

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Produktnummer: 5348
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Chardonnay Monsheim Blauarsch – Blauer Ton, alte Gewann & ein Name mit Geschichte

Pfirsich und reife Banane treffen auf Vanille, Eiche und eine feine mineralische Spannung: Der Chardonnay Blauarsch vom Weingut Milch ist ein charaktervoller Lagenwein aus Rheinhessen – und einer dieser Weine, bei denen schon der Name neugierig macht.

Doch „Blauarsch“ ist keineswegs eine humorvolle Erfindung des Winzers. Der ungewöhnliche Name hat seinen Ursprung in einer alten Gewann innerhalb des Monsheimer Silberbergs und entwickelte sich aus der ursprünglichen Bezeichnung „Blauacker“. Namensgeber ist der kalksteinhaltige Tonboden, der nach dem Umbrechen tatsächlich bläulich schimmert.

Aus wenigen, hochreifen und sorgfältig ausgewählten Chardonnay-Trauben entsteht hier ein kraftvoller, spontan vergorener Barrique-Chardonnay mit viel Frucht und Struktur.

Ein Name, über den man erst schmunzelt – und eine Herkunft, die anschließend ziemlich ernst genommen werden möchte.

Im Blauarsch – vom Blauacker zum ungewöhnlichen Lagennamen

Hinter dem Namen steckt eine schöne Geschichte rheinhessischer Weinbergskultur. „Im Blauarsch“ ist eine historische Gewann innerhalb der Einzellage Monsheimer Silberberg.

Ursprünglich wurde dieser Bereich als „Blauacker“ bezeichnet. Der Name bezog sich auf den besonderen Boden der Lage: Wird der kalksteinhaltige Tonboden frisch umgebrochen, zeigt er einen auffälligen bläulichen Schimmer.

Über die Jahrhunderte veränderte sich die Bezeichnung im Sprachgebrauch – und aus dem Blauacker wurde schließlich der deutlich einprägsamere Blauarsch.

Was heute fast wie ein cleverer Marketingname klingt, ist also tatsächlich ein Stück historischer Monsheimer Weinbergssprache.

Erst Blauacker, irgendwann Blauarsch – manchmal schreibt die Sprache einfach die besseren Weinnamen als jede Marketingagentur.

Alte Gewannnamen – kleine Herkunft innerhalb einer großen Lage

Eine Gewann bezeichnet einen kleineren, historisch abgegrenzten Bereich innerhalb einer größeren Weinlage. Solche Namen entstanden oft über viele Generationen und beschrieben Böden, Geländeformen, frühere Besitzer oder andere Besonderheiten eines bestimmten Weinbergs.

Viele dieser alten Bezeichnungen verschwanden im Zuge der Neuordnung deutscher Weinlagen von den Etiketten.

Durch eine Änderung des Weinrechts wurde es jedoch wieder möglich, historische Gewannnamen in die Weinbergsrolle eintragen zu lassen und sie offiziell als Herkunftsbezeichnung zu verwenden. Das Weingut Milch nutzte diese Möglichkeit für den Blauarsch.

Damit steht auf der Flasche heute nicht irgendein fantasievoller Weinname, sondern die konkrete Herkunft der Trauben.

Je kleiner die Herkunft wird, desto genauer kann ein Wein erzählen, wo er herkommt – beim Blauarsch sogar ziemlich einprägsam.

Monsheimer Silberberg – Chardonnay auf kalksteinhaltigem Ton

Die Gewann Im Blauarsch gehört zur Einzellage Monsheimer Silberberg. Insgesamt bewirtschaftet das Weingut Milch dort knapp neun Hektar Weinberge auf überwiegend Lehm- und kalksteinhaltigen Tonböden.

Im Blauarsch selbst besitzt die Familie 1,12 Hektar Rebfläche. Rund 0,8 Hektar davon sind mit Chardonnay bestockt, daneben wachsen Grauer und Weißer Burgunder.

Gerade der kalksteinhaltige Tonboden ist für den Charakter des Weins entscheidend. Er bietet eine spannende Grundlage für einen Chardonnay, der reife Frucht und kraftvollen Holzausbau mit Frische und mineralischer Struktur verbinden kann.

Der Boden gibt dem Blauarsch also nicht nur seinen Namen – sondern glücklicherweise auch etwas für den Geschmack mit.

Seit 2003 Chardonnay aus dem Blauarsch

Die besondere Bedeutung der Gewann für das Weingut Milch entstand nicht erst mit der offiziellen Eintragung ihres Namens.

Bereits mit dem Jahrgang 2003 erzeugte Familie Milch erstmals einen eigenständigen Lagen-Chardonnay aus dem Blauarsch. Damit beschäftigt sich das Weingut seit mehr als zwei Jahrzehnten intensiv damit, den Charakter dieser kleinen Monsheimer Herkunft mit Chardonnay herauszuarbeiten.

Das passt zur Entwicklung des gesamten Weinguts. Chardonnay hat sich über die Jahre zu einer der wichtigsten Rebsorten des Hauses entwickelt, und gerade die unterschiedlichen Lagenweine zeigen, wie stark Boden und Ausbau den Charakter der Rebsorte verändern können.

Über 20 Jahre Chardonnay aus derselben Gewann – irgendwann kennt man seinen Blauarsch eben ziemlich genau.

Wenige Trauben, viel Konzentration

Für den Chardonnay Im Blauarsch werden nur wenige, kerngesunde und hochreife Trauben des jeweiligen Jahrgangs verwendet.

Hier steht also nicht der Ertrag im Mittelpunkt. Entscheidend sind reife, konzentrierte Trauben, die genügend Substanz besitzen, um den anschließenden Barriqueausbau zu tragen.

Das Ergebnis ist entsprechend kein leichter Einstiegs-Chardonnay, sondern ein gehaltvoller Lagenwein mit deutlich mehr Struktur und Persönlichkeit.

Wenig Trauben am Stock, dafür ordentlich Chardonnay im Glas – ein Tausch, mit dem wir ziemlich gut leben können.

24 Stunden Maischestandzeit

Nach der Lese bleiben die Trauben zunächst 24 Stunden auf der Maische, bevor sie schonend gekeltert werden.

Während dieser Zeit können sich zusätzliche Aroma- und Geschmacksstoffe aus den Beerenschalen lösen. Das unterstützt die intensive Frucht und gibt dem Wein zusätzliche Struktur.

Gerade bei den hochreifen Trauben aus dem Blauarsch ist diese Maischestandzeit ein wichtiger Baustein des kraftvolleren Stils.

24 Stunden mehr Kontakt mit den Schalen – ein bisschen Zeit zum Kennenlernen kann offenbar auch beim Chardonnay nicht schaden.

Spontangärung im Barrique

Nach dem Keltern kommt der Most direkt in ältere Barriques mit 225 Litern Fassungsvermögen. Dort beginnt die Gärung spontan mit den natürlich vorhandenen Hefen.

Das Holz begleitet den Chardonnay damit bereits während seiner Entstehung. Es bringt zusätzliche Struktur und würzige Aromen mit, ohne dass ausschließlich intensive Neuholznoten den Wein bestimmen.

Familie Milch beschreibt den Chardonnay selbst mit kräftigeren Barriquearomen – und genau das darf man hier auch erwarten. Der Blauarsch gehört bewusst zur gehaltvolleren Seite des Chardonnay-Sortiments.

Das Barrique darf deutlich mitreden. Der Blauarsch hat glücklicherweise genügend Charakter, um trotzdem das letzte Wort zu behalten.

Sensorik

In der Nase

Das Bouquet verbindet reife Banane und Pfirsich mit den deutlich wahrnehmbaren Noten des Holzausbaus.

Vanille und Eiche ergänzen die reife Frucht und geben dem Chardonnay seine würzige, kraftvolle Art. Frucht und Barrique stehen dabei bewusst nebeneinander – dieser Wein möchte seinen Ausbau keineswegs verstecken.

Am Gaumen

Am Gaumen zeigt sich der Chardonnay kräftig, gehaltvoll und strukturiert. Die reife Frucht sorgt für Fülle, während eine harmonisch eingebundene Säure dem Wein Frische und Spannung verleiht.

Die Barriquearomen bleiben präsent und geben ihm zusätzliche Tiefe und Länge. Dazu kommt die mineralisch geprägte Seite seiner kalksteinhaltigen Herkunft.

Pfirsich und Banane bringen die Frucht. Vanille und Eiche das Barrique. Und der Blauarsch selbst sorgt dafür, dass genügend Charakter dahintersteckt.

Stil & Charakter – ein Chardonnay mit Herkunft

Der Chardonnay Im Blauarsch zeigt sehr schön, wie sich das Sortiment von Weingut Milch vom Monsheimer Ortswein weiterentwickelt.

Während der Chardonnay Monsheim bereits gehaltvoll ist, aber mit dezenteren Holzaromen arbeitet, geht der Im Blauarsch bewusst einen Schritt weiter. Die Traubenselektion ist strenger, die Maischestandzeit länger und die Barriqueprägung kräftiger.

Vor allem aber bekommt der Wein eine sehr konkrete Herkunft: eine kleine Gewann mit kalksteinhaltigem, bläulich schimmerndem Tonboden innerhalb des Monsheimer Silberbergs.

Nicht einfach Chardonnay aus Rheinhessen. Sondern Chardonnay aus einem ziemlich kleinen Stück Rheinhessen mit einem ziemlich großen Namen.

Speisenempfehlungen

Der Chardonnay Im Blauarsch passt hervorragend zu:

  • gebratenem Zander oder Steinbutt

  • Lachs

  • Jakobsmuscheln

  • Kalbfleisch

  • Geflügel in cremiger Sauce

  • Pilzgerichten

  • Trüffelpasta

  • cremigem Risotto

  • Spargel mit Sauce Hollandaise

  • kräftigeren vegetarischen Gerichten

  • gereiftem Käse

Seine Fülle und die kräftigeren Barriquearomen vertragen Butter, Sahne, Röstaromen und Pilze ausgesprochen gut.

Unser Genusstipp

Gebratene Jakobsmuscheln auf cremigem Parmesanrisotto mit Kräuterseitlingen und gebräunter Butter.

Die Röstaromen von Jakobsmuscheln, Butter und Pilzen greifen die würzige Seite des Barriques auf. Das cremige Risotto passt zur Fülle des Chardonnays, während seine Säure und mineralische Struktur dafür sorgen, dass die Kombination nicht zu mächtig wird.

Butter, Parmesan, Röstaromen und Blauarsch – manchmal darf ein Abendessen ruhig etwas weniger zurückhaltend sein.

Genussmomente & Anlässe

Der Im Blauarsch ist ein Wein für gutes Essen, lange Abende und Chardonnay-Fans, die Holz und Struktur ausdrücklich mögen.

Auch als Geschenk für Weinfreunde macht er richtig Spaß. Denn spätestens beim Blick aufs Etikett kommt ziemlich zuverlässig die Frage: „Warum heißt der eigentlich so?“

Und dann kann man erzählen, dass es weder um eine durchzechte Nacht noch um eine besonders kreative Winzerlaune geht, sondern um einen bläulich schimmernden Tonboden und einen alten Monsheimer Gewannnamen.

Selten lässt sich mit Bodenkunde so zuverlässig eine Weinrunde unterhalten.

Serviertipp

Serviere den Chardonnay bei etwa 12 bis 14 °C. Bei dieser Temperatur können sich reife Frucht, Barrique und die würzig-mineralische Struktur schön entfalten.

Ein großes Chardonnay- oder Burgunderglas ist ideal. Auch ein wenig Luft tut ihm gut – gerade eine junge Flasche darf ruhig etwas Zeit im Glas bekommen.

Zu kalt serviert würde man genau die Facetten verstecken, die diesen Wein so spannend machen.

Fazit

Der Chardonnay Monsheim Im Blauarsch vom Weingut Milch ist nicht nur wegen seines ungewöhnlichen Namens ein besonderer Lagenwein.

Die historische Gewann innerhalb des Monsheimer Silberbergs hieß ursprünglich Blauacker. Namensgeber war der kalksteinhaltige Tonboden, der nach dem frischen Umbrechen bläulich schimmert. Über die Jahrhunderte entwickelte sich daraus der Name, der heute auf dem Etikett steht: Im Blauarsch.

Familie Milch bewirtschaftet hier 1,12 Hektar und erzeugt bereits seit 2003 einen eigenständigen Chardonnay aus dieser Herkunft. Wenige hochreife Trauben, 24 Stunden Maischestandzeit und spontane Vergärung in älteren Barriques ergeben einen kraftvollen Wein mit Pfirsich, Banane, Vanille und Eiche.

Vom Blauacker zum Blauarsch – und vom bläulich schimmernden Tonboden zum charaktervollen Chardonnay. Eine ziemlich gute Geschichte für einen Wein, der auch geschmacklich in Erinnerung bleibt.

Verschluss: Schraubverschluss
Weinart: Weißwein
Geschmack: trocken
Lage: Blauarsch
Rebsorte: Chardonnay
Jahrgang: 2022
Passt zu: Kaese, Lamm, Pasta, Rind, Schwein
Säuregehalt: 7,2 g/l
Restsüße: 2,2 g/l
Trinktemperatur: 13 ° C
Speisenvorschlag: Kalbsfilet, Pasta mit Sahnesaucen oder gereiftem Käse.
Einsatzzweck: Für besondere Anlässe und genussvolle Stunden mit einem Hauch von Luxus.
Herkunftsland: Deutschland
Allergene: enthält Sulfite
Inhalt je Flasche in Liter: 13 l
Region: Rheinhessen
Anschrift:
Weingut Milch
Rüstermühle
67590 Monsheim







Das
Weingut Milch steht für Qualitätsweine, die das Terroir der sonnenverwöhnten
Region Rheinhessen aufs Feinste widerspiegeln. Mit Liebe zum Detail und einem
tiefen Verständnis für die Weinbaukunst erzeugt das Weingut charakterstarke
Weine. Von Grauburgunder über Weißburgunder bis zum Chardonnay – jeder Wein
zeigt das einzigartige Zusammenspiel von Boden, Klima und Rebsorte und verbindet
Tradition mit einem modernen Ansatz.



 




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